YLOD und die PS3 Slim near future unboxing

YOLD = Yellow Light of Death
Steht für einen bei der Playstation 3 auftretenden Fehler.
Vergleichbar mit dem Red Ring of Death der Xbox360.

Für den YOLD gibt es, wie meine Recherchen ergaben, mehrere Ursachen. Im Prinzip bedeutet der YOLD nur, dass das System einen Fehler hat. Da dieser Fehler auftritt bevor das Betriebssystem geladen ist, kann eben keine Fehlermeldung ausgegeben werden. Daher leuchtet die Gelbe LED und die PS3 lässt sich nicht mehr starten.

Häufig ist aber ein Kontakt zur GPU ( dem Grafikprozessor ) durch. Andere mögliche Fehlerquellen sind ein defektes Netzteil oder eine Sicherung die durch ist. Hierbei muss ich zum ersten mal eine Lanze für die 360er brechen. Dort ist das Netzteil ja extern, d.h. bei einem Defekt kann man sich einfach einen Ersatz besorgen. Bei der PS3 muss das Netzteil leider komplett ausgebaut werden. Das Netzteil kann ich bei meinem Fall übrigens ausschließen, da man noch deutlich den Lüfter hören kann, wenn die Konsole startet. Eine defekte Sicherung könnte eine Möglichkeit sein, dazu müsste man aber nach dem Einschalten mal die anliegende Spannung an jeder Sicherung messen. Aber wie bereits erwähnt: am häufigsten ist eine Verbindung an der GPU defekt. Davon gehe ich auch bei mir aus.

Man kann sich das gute Teil nun für 100,-€ und mehr “reparieren” lassen oder mal selbst Hand anlegen. Es gibt nämlich die Möglichkeit des sog. Reflows. Beim Reflow werden die Leitungen am Grafikchip so stark erhitzt, dass das Lötzinn schmilzt und somit gebrochene Kontakte wieder hergestellt werden. Ihr seht schon, dies ist keine “easy peasy” Lösung. Ein erfolg ist nicht garantiert und meines Erachtens nach rettet dies auch nicht die PS3. Denn zu so einem Bruch kommt es einfach dadurch, dass sich die Platine bei zu starker Erhitzung einfach mal leicht verbiegt. Dann kühlt sie ab, wenn die PS3 aus ist. Bei erneutem Daddeln verbiegt sie sich wieder. Ihr seht schon. Wenn der Kontakt wieder hergestellt ist, ist das ursprüngliche Problem immer noch vorhanden.
Einige Highscorer werden sich noch erinnern, das meine PS3 schon letzten Sommer Faxen machte. Der Lüfter drehte recht hoch und sie schaltet sich ab und an aus. Hatte keinen Bock mehr. Grad bei Hardware-fordernden Spielen wie Uncharted2 oder Killzone. Damals hat das Abschalten die PS3 wohl noch gerettet. Und auch die Tatsache, dass ich sie eine ganze Zeit lang nicht mehr intensiv angefasst habe.

Also: lange Rede, kurzer Sinn: PS3 karrrrputt ( wie der Pirat sagen würde ). Ich werde versuchen die Fette Lady im Do it Youself verfahren zu retten, bzw. ihre Lebenszeit ein wenig zu verlängern. Ich denke gefixt dürfte sie als Blue Ray Player noch eine Ewigkeit halten. Ich wäre aber kein echter Highscorer, wenn ich mir nicht ( und wenn ihr die Headline lest, werdet ihr es schon erahnt haben ) eine Slim besorgt habe. Morgen kommt sie an. Unboxing Video wird folgen. Interessant wird es auch wie ich meine Daten von der alten Festplatte auf die neue bekomme.

Das sehen wir dann alles morgen :D

Hardscores Vol. 1 – Der RISC-Prozessor

What’s up folk? Erst mal darf ich euch zu der neuen Kategorie auf Highscore-Dropout begrüßen, den Hardscores.
Da ich der Technik interessierte Redakteur bin und es gerade bei der Technik immer wieder zu konfusen Aussagen, Halbwissen und seltsamsten Annahmen kommt, habe ich es mir zur Mission gemacht Klarheit in den Hardware-Dschungel zu bringen. Nach und nach werde ich Hardware-Themen durchnehmen und versuchen sie so simpel und einfach wie möglich zu erklären. Ein Hauptproblem ist auch der ganze Abkürzungs-Wirr-Warr. Hier ist es richtig problematisch den Durchblick zu behalten.

Oder wisst ihr für was RISC steht? Solltet ihr aber, denn ihr ganzen Zocker da draußen, egal ob ihr eine PS3, eine BOX, eine Wii oder auch eine PSP oder einen DS euer eigenen nennt, ihr besitzt einen RISC Prozessor. RISC bedeutet so viel wie „Reduced Instruction Set Computer“. Also ein RISC Prozessor hat einen reduzierten Befehlssatz. Reduziert? Also gar nicht so toll, oder?

Ja eigentlich stimmt das. Die Brüder der RISC-Prozessoren, die sogenannten CISC-Prozessoren (Complex Instruction Set Computers, welchen in Handelsüblichen PCs und Laptops drin stecken) können mehr. Warum verwendet man dann aber in Konsolen, gerade da wo es drauf an kommt viel zu leisten, die „schlechteren“ Prozessoren?

Na ja, das tut man eben nicht. Es gibt nämlich einen Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz. Dies ist absolut wichtig zu verstehen, wenn es um Technik generell geht. Ein normaler PC-Prozessor ist äußerst effektiv. Er kann für so ziemlich alles eingesetzt werden. Für Office Programme, zur Bildbearbeitung, zum Programmieren aber auch zum Spielen. All diese verschiedenen Anwendungen benötigen verschiedene Befehle, die der Prozessor ausführen kann. Ein CISC- Prozessor bringt diese mit. Jemand, der ein Programm für einen „normalen“ Prozessor schreibt, muss sich nicht viele Gedanken darum machen ob und wie der Prozessor seine Befehle bearbeitet. In der Regel geht alles von Haus aus (Achtung, stark vereinfacht und in der Realität nur ansatzweise so zutreffend).
Der RISC –Prozessor kann dies nicht. Er hat nur ganz wenige Befehle. Ein Entwickler muss also seine Programme so schreiben, dass sie zum Schluss mit den wenigen Befehlen, die der Prozessor kann auch laufen. Warum nehmen wir dann nicht einfach CISC-Prozessoren und sparen den Entwicklern die Plagerei mit den RISC-Prozessoren? Hier kommt der Faktor Effizienz ins Spiel. RISC-Prozessoren können ihre paar wenigen Befehle extrem schnell ausführen. Viel schneller als ein CISC-Prozessor die gleichen Befehle ausführt. Und wie kann das sein? Es sind doch die gleichen Befehle?

Nun, das hat etwas mit dem inneren Aufbau eines solchen Prozessors zu tun. Hier kann es kompliziert werden, deswegen versuche ich es nun so einfach wie möglich zu halten. Ein Prozessor versteht als Eingabe nur 1 und 0. Also Strom fließt auf einer Leitung oder eben nicht. Aus ganz vielen Leitungen und einer Kombination von 1en und 0en kann man mit dem Prozessor nun sprechen. Schickt man ihm z.B. eine 1001, dann hat man ihm die Zahl 9 geschickt. Oder man will den 9ten Befehl den der Prozessor kann ausführen lassen. Dies könnte z.B. “Speicher eine Variable im Hauptspeicher” sein. Ein RISC-Prozessor weiß sofort was er tun muss, wenn er den Befehl kennt. Im besten Fall muss er gar nicht überlegen, sondern die Befehle sind pur Verdrahtet, werden also Physisch auf dem Prozessor dargestellt. Ein CISC-Prozessor muss aber überlegen. Und wenn ich überlegen sage, dann meine ich das auch so. Ein CISC-Prozessor hat immer einen kleinen Speicher in dem alle Befehle drin stehen. Bekommt er nun einen Befehl, so muss er erst einmal in seinem kleinen Speicher nachschauen, ob er diesen Befehl kennt und dann muss er noch nachschauen, was er jetzt tun soll, damit er den Befehl verarbeiten kann. Dies dauert eine Weile und daher sind CISC-Prozessoren nicht so Effizient wie RISC-Prozessoren.
Noch ein kleines mathematisches Beispiel:
3 x 7 = 21
Ich glaube darauf können wir uns alle einigen. Wie rechne ich jetzt das mit einem CISC-Prozessor und wie mit einem RISC-Prozessor?
Wir nehmen mal an unser Beispiel-Modell des RISC-Prozessors versteht die Multiplikation nicht. Er kann nur addieren und subtrahieren. Unser Beispiel-CISC-Prozessor versteht die Eingabe einer Multiplikation ohne Probleme. Will ich das Ganze auf unserem CISC-Prozessor berechnen lassen, dann gebe ich ihm den Befehl:
3 x 7
weiter. Er durchsucht dann seinen internen Speicher. Findet den Befehl „Multiplikation“ und liest sich die Anweisung durch und macht dann folgendes:
7 + 7 + 7 = 21
Dann gibt er uns die 21 zurück. Jetzt nehmen wir mal an jeder Rechenschritt hätte genau eine Sekunde gedauert. Unser CISC-Prozessor hätte also 3 Sekunden gebraucht um die Berechnung durchzuführen + nochmals 2 Sekunden um in seinem Speicher zu wühlen. Der CISC-Prozessor halt also 5 Sekunden gebraucht um uns das Ergebnis zu geben (ACHTUNG: Die Zeiten sind maßlos übertrieben, machen das Ergebnis aber einfach klarer).
Der RISC-Prozessor versteht die Multiplikation erst gar nicht. Hier ist der Programmierer gefragt. Er muss wissen das 3 x 7 das Gleiche ist wie 7 + 7 + 7 und muss dies dem RISC-Prozessor weitergeben. Also die Eingabe beim RISC-Prozessor ist:
7+7+7
Da unser RISC-Prozessor nur addieren und subtrahieren kann muss er gar nicht lange im Speicher suchen ob er den Befehl kennt. Er muss nur unterscheiden, ist es Befehl 1 oder Befehl 2, den ich ausführen muss. Er muss sich auch keine Gedanken machen, wie er vorgehen muss, sondern addiert einfach die Zahlen. Für die Unterscheidung, welcher Befehl auszuführen ist, hat der RISC-Prozessor vielleicht nur 0,5 Sekunden gebraucht. Für jeden einzelnen Berechnungsschritt benötigt der RISC-Prozessor, aufgrund seines internen Aufbaus auch nur 0,5 Sekunden. Der RISC-Prozessor liefert also nach 2 Sekunden das Ergebnis:
21
Also ihr seht: Beide Prozessoren kommen zum gleichen Ergebnis. Der RISC-Prozessor, welcher für Addition optimiert ist braucht 3 Sekunden weniger als unser CISC-Prozessor, der aber auch noch etliches anderes kann. Um mit dem RISC-Prozessor aber schneller rechnen zu können hat es einen findigen Entwickler benötigt, welcher auf die Idee kam eine Multiplikation als Addition einzugeben. Die Entwicklungszeit für den RISC-Prozessor war also länger und komplizierter als auf dem CISC-Prozessor.

Und jetzt könnt ihr euch eigentlich die Hauptfrage hoffentlich selbst beantworten: Warum verwendet man nochmals in Konsolen, gerade da wo es drauf an kommt viel zu leisten, die „schlechteren“ Prozessoren? Weil RISC-Prozessoren nicht schlechter sind. Sie können zwar weniger Befehle verarbeiten als CISC-Prozessoren, diese aber wesentlich schneller. Sie sind also Effizienter in ihrem Bereich. Und bei Videospielen kommt es genau darauf an: SCHNELL zu sein. Und nicht Gegenebenfalls hochkomplizierte mathematische Rechnungen durchführen zu können und sämtliche Befehle für Office Anwendungen und Bildbearbeitung etc. bereitzuhalten.

Das nächste Mal werden wir uns wieder mit den Herzen unserer Babys befassen. Dann geht es aber um den CELL-Prozessor in der PS3. Der ist ja angeblich so schwer zu Programmieren und ich werde euch zeigen wieso das so ist und warum sich die Entwickler auf der XboX360 da um einiges einfach tun.

Greetz
Stef