Sagt mir ja nicht was Kunst ist.

Viele Leute die Videospiele lieben, wollen diese endlich als Kunst verstanden wissen. Deswegen haben sie den Spieledirektor von dem beliebten Spiel Bioshock namens Kevin Levine auf Facebook gefragt, was er dazu zu sagen hat.

Und er sagte-

I don’t give a shit! Waiting to have your medium be anointed as “art” is the saddest kind of “Senpai chose me!”-ism. Just do your thing. Love it. Hope others do.

If you wanna call your stuff art, you have my blessing (not that you needed it!). Just don’t anybody else tell you what it is.

https://www.facebook.com/ken.levine.9?fref=nf

Und ich sage-

Videospiele sind Kunst. Das waren sie schon lange bevor es Bioshock gab btw. :P Wie wertvoll jedoch liegt immer im Auge des Betrachters. Für manche ist nur ein Aspekt des Spieles Kunst. Manche Spiele verbinden all ihre Aspekte zu einem Kunstwerk das Menschen berührt.

Aber es lässt sich in der Kunst nicht auf einzelne Adjektive festnageln- Kunst ist absolut subjektiv. Ein Bild kann einem Menschen einen Impuls geben einem anderen Nicht. Die Harmonie von Technik und Inspiration erschafft eine Energie. Manchmal reagieren nur wenige Menschen auf diese Energie- manchmal soviele dass es Zeitgeist genannt wird.

Und manchmal versteckt sich die Kunst in etwas, das gar nicht Kunst sein wollte. Denn alles was wir erschaffen kann etwas bewirken. Die Kunst- der Impuls der uns vorantreibt, ein Moment in dem wir reflektieren. Ein Mensch kann eine Straßenlaterne betrachten- die ja auch mal designed wurde, allein das “WIE”, die angewandte Technik mit der eine Idee verwirklicht wurde, lässt dem Betrachter ein Licht aufgehen. Oder denken wir an ein improvisiertes oder perfektioniertes Theaterstück- eine erschaffene Situtation deren Energie vielleicht etwas Neues in dem Menschen erschafft, der es miterlebt. Die Dynamik mit der eigenen Welt kann eine neue erschaffen. Oder man liest einfach einen Kommentar von Rizo bei dem man Gänsehaut kriegt.

Wer kann schon ernsthaft behaupten, dass ein ehrliches Werk, eigentlich zu keinem Zeitpunkt für niemanden Kunst sein kann?

;)

Videospiele haben so viele Aspekte- so viel angewandte Technik, Gestaltung, Text, Musik, Inspiration, Kreativität und die Dynamik ihrer Elemente, und dazu noch Situationen die der Spieler selbst erschafft- NATÜRLICH sind sie der fruchtbarste Boden für Kunst des Planeten. Und wenn man sich mal tiefergehend damit beschäftigt, dann sind Videospiele tatsächlich modernes Puppentheater. Animation wie beim Weltkulturerbe von Bunraku, dem japanischen Puppentheater. Avatere in die wir unser selbst legen- in einer im Medium konstruierten Realität die die unsere mal expressiv, mal impressionistisch reflektiert- und letzten Endes uns unser eigenes Ich wieder spüren lässt. Sofern man sich darauf einlassen kann.

Doch den Wert dieser einzelnen Realitäten- den bestimmen wir selbst. Jede Wirklichkeit die gelebt wird ist eine reale. Insofern stimme ich Kevin Levine diesmal absolut zu. Ich geb einen scheiß drauf was irgendwelche hochgestochenen Kunsthistoriker, Politiker und elitäre Heinis für sich als Kunst beanspruchen- um sich vom “Proletariat” abzugrenzen und in ihrer gesitigen Dekadenz einen Sinn zu finden.

Von all diesen Menschen, hab ich nicht halb soviel über das Universum gelernt, wie von The Boss.

Wir sehen uns am ersten 1. September.

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