The Warrior’s Way (Film)

Neben dem ganzen Game-Konsum schaut ein echter Highscorer ja ach ab und an einen Film. Heute möchte ich euch deswegen auf einen ganz abgefahrenen und sehenswerten Film aufmerksam machen. The Warrior’s Way. Das übliche Regisseur und so blabla erspare ich mir mal. Ist jetzt vom ganzen Line-Up auch nicht der Überbringer. Einzig Kate Bosworth wird man schon irgendwo einmal gesehen haben.

Was der Film aber recht gut macht ist: uns mit stylischen Bildern verwöhnen und einem coolen Mix aus Eastern und Western versorgen.

Recht unterhaltsam, gut auf dem Sofa anzuschauen (wird wahrscheinlich eh nicht ins deutsche Kino kommen) und mein Geschmack treffend kommt er als UK Import über Amazon daher.

Patrish’s Movie Monday #2

So meine Lieben, hoffe ihr hattet ein gechilltes Wochenende! Zum Start in die neue Woche, werde ich euch heute Mal wieder meine Meinung zu den Filmen, die ich in letzter Zeit gesehen habe präsentieren. Bevor ich jedoch anfange, möchte ich die heutige Show mit einer Neuigkeit aus Hollywood beginnen! Wer es noch nicht mitbekommen hat, Fox plant seit langem ein Prequel zu Alien. Das ganze war jedoch an die Bedingung geknüpft, dass Ridley Scott (Regiesseur des ersten Teils) höchst persönlich im Regiestuhl platz nimmt. Lange Zeit war unklar , wie es denn jetzt um das Projekt steht. Doch im Zuge seiner Robin Hood Promotion Tour hat Ridley Scott nun endlich ausgepackt. Und wie!

Alien Prequel News

Im Interview mit MTV.com sagte Ridley Scott, dass er den Film auf jeden Fall machen wird. Er wird versuchen ihn bis Ende 2011 in die Kinos zu bringen. Das Drehbuch befindet sich gerade in der vierten Überarbeitung. So steht die Grundstory bereits, doch man feilt noch an Charakteren und Dialogen. Auch die Pre-Visualisation Artists schwingen bereits die Stifte und zeichnen erste Ideen für den Film. Das ganze wird 30 Jahre vor dem ersten Teil spielen. Die beiden Weltraumkonzerne Weyland und Yutani (wichtige Rolle in Alien 1-3, sowie Alien vs. Predator 1) sind noch nicht fusioniert und noch zwei getrennte Firmen. In dem Film soll endlich das Mysterium um den von Fans so genannten Space Jockey beleuchtet werden. Zur Erinnerung: Im ersten Alien Film bekommt die Crew des Raumfrachters Nostromo ein Notsignal (oder Warnsignal- man weiß es nicht), von einem unbewohntem Planeten. Die Nostromo schickt einen Erkundungstrupp und findet auf dem Planeten ein seltsames biomechanisch anmutendes Raumschiff. In dem Wrack finden sie eine Leiche von einem gigantischem außerirdischem Wesen, das aussieht als wäre es mit der Maschinerie verwachsen. Der Space Jockey. Vielleicht der Pilot des Schiffs?
Hier ein Bild:

Die Crew dringt weiter in das Schiff vor und naja- der Rest ist Filmgeschichte. Die bösen Aliens, die auch das Wesen auf dem Bild auf dem Gewissen haben, terrorisierten die Menschen durch drei Fortsetzungen und zwei Spin Offs mit den Predatoren (AvP). Doch die Frage, die nie geklärt wurde, wer waren die Architekten dieses Raumschiffs? Was sind das für Wesen? Welche Geschichte haben sie mit den Aliens?

Dieser Frage soll sich das Prequel nun endlich näher annehmen. Einerseits war das Geheimnis um diese Wesen immer ein Raum für Spekulationen oder Fantasien seitens der Fans, und manch einer ist vielleicht nicht begeistert von der Richtung des neuen Alien-Films. Andererseits, nach 30 Jahren und so vielen Alien Filmen, finde ich persönlich, dass es endlich Zeit wird, dass man das Universum erweitert.

Doch damit nicht genug der Neuigkeiten. So sagt Ridley Scott er findet, dass das Alien-Design inzwischen zu sehr ausgepresst wurde. Und so will er, wahrscheinlich sogar mit dem Alien Erfinder H.R. Giger selbst, ein komplettes Redesign der Aliens vornehmen. Dabei sagt Ridley Scott folgenden Satz:

I have to design — or redesign — earlier versions of what these elements are that led to the thing you finally see in “Alien,” which is the thing that catapults out of the egg, the face-hugger.

Okay Leute, jetzt werd ich richtig NERDig! Also wie ihr vielleicht wisst, verändern sich die Aliens je nach der DNA ihrer Wirtskörper (Aliens infizieren andere Lebewesen mit Embryos um sich fortzupflanzen- das wisst ihr ja ;) ). Dabei übernehmen sie Merkmale des Wirts, in Alien3 ist es zum Beispiel ein Hunde-Alien (bzw. ein Kalb-Alien wenn man die Extended Edition anschaut). In Alien Resurrection (Teil 4) geht das ganze dann noch weiter. Die Alien Königin legt nur zu Beginn Eier, wie die Königin aus Aliens (Teil 2) oder AvP (Teil 1). Danach entwickelt sie eine Gebärmutter wie die eines Menschen, da sie DNA von Ripley in sich trägt. Gut das lag einerseits daran, dass alle Aliens in Alien Resurrection Hybriden sind (also abgesehen davon, dass sie sowieso menschliche DNA in sich haben weil Menschen ihre Wirtskörper sind, sind sie in Alien Resurrection noch zusätzlich “menschlicher” weil die Königin aus einem Klon von Ripley entstanden ist, bei dem sie die DNA von Ripley und die DNA der Alienkönigin die ihre Leiche in sich trug nicht spalten konnten). Die Königin aus Alien Resurrection ist daher “anders”, als die Königin aus Aliens (Teil 2). Dennoch sahen wir dann in AvP: Requiem (Teil 2 von Alien vs Predator), wieviel Einfluss der Wirt allein auf die Fortpflanzungsmechanismen der Aliens haben kann. So brauchte das Predalien überhaupt gar keine Facehugger, die Eizellen in die Menschen einpflanzen um neue Aliens zu erschaffen, sondern infizierte Frauen bereits mit Embryos- die schon nach ein paar Stunden aus dem weiblichen Wirt herausplatzten (Chestburster).

Wenn also Ridley Scott sagt, er denkt über das Design der Aliens nach bevor sie zu dem wurden was sie in Alien 1 sind, bevor die Facehugger das sind, was sie sind, dann bekommen wir vielleicht tatsächlich eine Art Urform der Aliens zu sehen- die wieder anders funktioniert. Denn wenn man genau darüber nachdenkt, so müssen die Aliens wie wir sie kennen ja irgendwie genetisch beeinflusst worden sein- und zwar von den Wesen die das biomechanische Raumschiff mit den Alien-Eiern aus Alien 1 gebaut haben. Also der “Space Jockey Rasse.”

Wie aber sahen die Aliens aus, bevor sie die Space Jockeys infizierten? Und genau darauf zielt das Redesign der neuen Aliens wohl ab. Ich bin jedenfalls total gespannt!!

Ansonsten soll sich der Film thematisch ziemlich viel um das Terraforming handeln. Also dem manipulieren von Planeten um diese bewohnbar zu machen (wie es in Aliens geschieht). Allerdings ist die Technologie im Prequel noch nicht so weit fortgeschritten.

Wer das Interview mit Ridley Scott nochmal durchlesen will- der klicke hier: GoTo

So hehe- es gibt aber noch mehr Neuigkeiten! Denn wie Kino.de ebenfalls auf Basis eines Interviews mit Ridley Scott berichtete, wird das Alien Prequel ein Zweiteiler werden!! Wobei der zweite dann da aufhört, wo Alien 1 weitermacht. Wir bekommen also zwei neue Alien-Filme! Wenn das kein Grund zum feiern ist! Kontroverser dürfte jedoch sein, dass Ridley Scott beide Filme mit der von seinem Freund James Cameron entwickelten 3D Technologie drehen will.

Dabei sollte man nochmal klarstellen, dass Avatar und der bald erscheinende Film Resident Evil: Afterlife die einzigen Filme sind, die diese Technologie bisher nutzen. Alle anderen “3D Filme” wurden entweder nach bearbeitet oder nutzten andere Technologien. Daher sieht man auch die großen Qualitätsunterschiede von Avatar zu anderen Filmen (zum Beispiel “of the“). Naja nicht jeder ist ein Fan von 3D Kino, denn die Brille ist oftmals nervig, vor allem wenn man schon Brillenträger ist. Doch Ridley Scott will den Kinogängern vor allem wieder Angst machen! Und dafür eignen sich die Aliens in Kombination mit 3D seiner Meinung nach ideal. Allerdings weiß er auch um die Schwierigkeiten mit dieser Technologie. Denn sie funktioniert nur schlecht in dunklen Räumen und gerade Dunkelheit ist ein wichtiges Element in Alien Filmen.

Daher überlegt er sich für solche Szenen dann doch falls nötig nach zu bearbeiten. Ich bin jedenfalls optimistisch, dass Ridley Scott das Handwerk gelingen wird.

Ridley’s Bruder Tony Scott, von dem ich ein großer Fan bin, hat sich bezüglich 3D auch zu Wort gemeldet. Dieser allerdings lehnt die Technologie für seine eigenen Filme strikt ab. Denn wie er ebenfalls bei einem Interview mit Kino.de sagt:

Es wäre kaum auszuhalten, meine Filme in 3D zu zeigen. Bei meinem Kamerastil würden die Leute reihenweise mit Herzinfarkten aus den Kinosesseln kippen. Es ist eine technische Neuerung, die in der Vergangenheit als reine Effekthascherei missbraucht wurde. Den ersten 3D-Film gab es ja schon, da war ich zwölf Jahre alt – und das ist nun wirklich eine Weile her. Aber jetzt sind wir in der nächsten Runde, technologisch und künstlerisch.

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Eine perfekte Überleitung für meine erste kleine, wie immer SPOILERFREIE Review diese Woche. Tony Scott’s letzter Film Pelham 123, den ich auf BluRay genießen durfte.

Pelham 123

Eins mal vorweg: Der Film hat mir gut gefallen. Es geht im groben um die Entführung einer U-Bahn. Die Verbrecher haben einen ausgetüftelten Plan entwickelt, wie sie dadurch an eine Menge Kohle kommen werden. Als Kontakt zur Außenwelt missbraucht der Anführer der Verbrecher Ryder (John Travolta) den Fahrdienstleiter der New Yorker U-bahn Walter Garber (Denzel Washington), dessen Schicht gerade zu Ende geht. Wie in vielen Entführungsthrillern, sind die spannensten Elemente des Filmes die Unterhaltungen zwischen Entführer und Unterhändler, welche hier über den U-Bahn Funk ablaufen. Hier konnten mich beide Hauptdarsteller überzeugen. John Travolta als knallharter, hitzköpfiger Bösewicht, mit fiesem Hals-Tatoo und arroganter Mine, sowie Denzel Washington (nach Man on Fire und Deja Vu der dritte Film mit Tony Scott), der in diesem Film mal nicht den abgeklärten coolen Kopf spielt, sondern eher den leicht überforderten Normalo ausstrahlt, der eigene berufliche wie persönliche Probleme hat.

Die wahre Stärke des Films, sind jedoch meiner Meinung nach die Nebencharaktere. Denn obwohl der Film rein Plot-technisch keine besonderen Überraschungen bereit hält, gewinnt er vor allem dadurch an Atmosphäre, dass er die einzelnen Handlungen der Neben- und Hauptcharaktere, die alle die Geschehnisse aus einer anderen Perspektive miterleben und beeinflussen, dramaturgisch geschickt miteinander verzahnt. Obwohl manche Personen nur ein paar Momente auftauchen, wirken sie alle authentisch. Dadurch fühlt man sich mit der Zeit wirklich, als würde man einen abgefuckten Tag in New York miterleben.
Ich finde es gut wenn sich Filme für sowas Zeit nehmen. Bzw. richtig viel Zeit nimmt sich der Film eigentlich gar nicht dafür, aber er macht es trotzdem ziemlich gut.

Für mich sind Nebencharaktere so eine Art alternativer Eingang in die Geschichte eines Films. Wenn es der eine Charakter nicht schafft mich als Zuschauer emotional einzubinden, schafft es vielleicht der nächste. Und je mehr es schaffen, desto tiefer versinkt man in der Atmosphäre.

Was an dem Film natürlich stark ins Gewicht fällt ist der Regiestil von Tony Scott. Extrem rasante Schnitte, viele Farbfilter, aufwendig Editierte Opening Credits und Texteinblendungen. Generell bin ich ein großer Fan von seinen Filmen. Bei Man on Fire passte es perfekt zu dem kaputten Innenleben des Hauptcharakters und zu der chaotischen Stadt, auch Deja vu hat einen sehr stimmigen visuellen Stil gehabt. Bei Pelham 123 ist es jedoch ein zweischneidiges Schwert. Einerseits wird versucht die Dynamik der Ereignisse einzufangen, Cops die mit dem Lösegeld durch die Stadt heizen, dann auf einmal der Bürgermeister in einer anderen U-Bahn. Im einzelnen gelingen die Bilder alle durchaus, doch an manchen Stellen haben die eingebauten Actionszenen, obwohl es nicht so viele sind, ein bisschen den Rythmus des Bildflusses gestört. Sie wirkten einfach eine Spur zu übertrieben. Ich weiß dass, das nach Haarspalterei klingt, aber naja, rein subjektiv wirkte es auf mich leicht aufgesetzt.

Ich war also zwar an keiner Stelle so gefesselt, wie bei den vorangegangenen Tony Scott Filmen, dennoch hat auch Pelham 123 seine Stärken. Die interessante Verbindung zwischen den beiden Hauptcharakteren, die dann durch einen “diplomatischen Fehltritt” des Bösewichts ganz subtil aus den Protagonisten Antagonisten werden lässt, hätte vielleicht noch etwas stärker dramatisiert werden können. Doch vielleicht hätte das dann erst recht aufgesetzt gewirkt.

Im großen und ganzen, ein guter Thriller für zwischendurch. Übrigens hat auch hier wieder Harry Gregson Williams einen stimmungsvollen Soundtrack gemacht. Ich hoffe, dass wir auch weiterhin Scott-Washington-Williams Filme bekommen.

The Descent: Part 2

Der zweite Teil von The Descent ist ein Film, dem ich von vornherein sehr skeptisch gegenüber stand. Für mich ist der erste Teil der beste Horrorfilm, den ich je im Kino gesehen habe. Während andere Leute den Saal verließen, war ich gebannt wie nur selten zuvor. Die glaubhaften Charaktere, die melancholisch düstere Stimmung, das “Nichtwissen” was einem in dem Film erwartet, die extrem klaustrophobischen Sets und letztendlich die klassische Horrormessage, dass Menschen in ihrer Menschlichkeit selbst Monster unter bestimmten Voraussetzungen werden können, oder durch Missverständnisse so erscheinen. All das wurde genial und mit viel Splatter und Schockmomenten inszeniert.

Nachdem knallharten Survival-Trip, wirkte das Ende des Filmes nahezu deprimierend. Es geht nicht wirklich gut aus. Es sei denn- man sieht die amerikanische Version des Filmes…

Richtig- den amerikanischen Filmverleihern war das Ende zu düster, daher ersetzte man es durch ein anderes. Und hier setzt der zweite Teil an. Also der Hauptcharakter Sara (Shauna MacDonald – immerhin die originale Bestzung) hat irgendwie überlebt. Daraufhin schickt die Polizei einen Suchtrupp nach den anderen vermissten Frauen. Sara kann sich an nichts mehr erinnern- ist völlig traumatisiert. Daher nehmen sie sie gleich wieder mit runter in das Höhlensystem in der Hoffnung das sie sich irgendwie erinnert, und sie die eventuellen Überlebenden noch rechtzeitig finden. Das ganze spielt sozusagen einen Tag später.

Gut mehr verrate ich natürlich nicht. Das was ich gerade geschildert habe, sind so die ersten zehn Minuten des Filmes. Mehr Zeit nimmt er sich für das Set Up nicht. Und das ist zu Beginn auch die große Schwäche des Films. Alles wirkt irgendwie leicht abstrus und gezwungen. Auch über die neuen Charaktere erfährt man nicht wirklich viel. Hauptsache man hat irgendwie einen Grund, nochmal die Viecher morden zu lassen. Allerdings muss ich zugeben, dass die Nebencharaktere – oder sagen wir das Frühstück, immerhin ganz glaubhaft den Horror transportieren. Man hängt zwar überhaupt nicht an den Charas, wie im ersten Teil, aber man kann sich trotzdem, dank der gut gespielten Angst auf die Horrorszenen einlassen. Also dachte ich mir- okay einfach Gehirn ausschalten und Spaß haben. Und siehe da- es klappt eigentlich ganz gut. Die ekligen Biester und der damit verbundene Splatter stehen dem ersten Teil in nichts nach. Die Set Pieces- (also die Umgebung der Szenen) sind teilweise aus dem ersten Teil übernommen, teilweise neu, aber insgesamt auf gutem Niveau. Für eine Straight to DVD Fortsetzung, ist der Aufwand also auf jeden Fall nicht schlecht. Wobei man sagen muss, dass der Film in den USA im Kino lief.

In der Mitte des Films kommt dann ein, im Licht des ersten Teils übertriebener, dann aber doch irgendwie vorhersehbarer Storytwist. Wie der ganze Film an sich fühlt er sich irgendwie gezwungen an, viele werden ihn eventuell als unnötig empfinden. Dafür macht er aber das Ende dermaßen dramatisch, welches ein fetziges Revival der besten Szenen des ersten Teils abfeiert, dass ich dem Film tatsächlich alles verziehen habe. Ich weiß nicht ich finds cool. Man muss das ganze einfach als Add-on oder “Was wäre wenn?-Story” sehen. Dann ist man gut unterhalten. Ich war sogar echt fast gerührt am Schluss (T_T)

Die allerletzte Szene ist zwar dann ein leicht dümmlicher Cliffhanger- aber im großen und ganzen, hehe der Film ist schon okay irgendwie. Wie schon letzte Woche gesagt- ein gutes Finale kann Filme retten.

So das wars leider schon. Ich wollte eigentlich noch ein paar Worte über Sieben Leben verlieren. Meiner Meinung nach ein sehr besonderer Film.
Leider schon etwas spät geworden, daher gibts den nächste Woche. Zusammen mit Prince of Persia wenn es klappt. Bis dann hoffentlich!

Keep Fighting!

Euer Patrish

Patrish’s Movie Monday #1

Aloha! So das Wochende ist gelaufen- nun kann man nichts anderes tun, als sich wieder aufs nächste Wochenende zu freuen. Der richtige Zeitpunkt also die Filme zu kommentieren die ich in letzter Zeit so gesehen habe, und euch Empfehlungen für den nächsten Filmtag zu geben. Denn ich hatte die Gelegenheit einige neuere Filme anzuschauen. Bin mal gespannt darauf, ob ihr es ähnlich sehen werdet wie ich oder nicht^^

Hier meine weitestgehend spoilerfreien kurz Reviews:

Legion

Also ich muss sagen, ich war sehr enttäuscht von dem Film. Ist wieder mal so nen typischer Pseudoapokalypse-Film. Das Szenario könnte nämlich epischer nicht sein- Gott hat kein Bock mehr auf die Menschen, deswegen macht er alle platt. Die Engel kommen auf die Erde, Menschen werden von ihnen besessen und die Apokalypse soll losbrechen.
Jetzt gibt es bei dem Film folgendes Problem:

Alles was man sieht ist eine Tankstelle in der Wüste!

Eine einsame fucking Tankstelle in der Wüste. Gut dafür gibts auch Gründe: In guter alter Terminator-Manier arbeitet da nämlich ein schwangeres Mädel das einen menschlichen Erlöser gebären soll, dem die Engel nichts anhaben können. Die weiteren Story-Wendungen möchte ich euch jedoch nicht verraten, dann könnt ihr dem Film vielleicht wenigstens ein bisschen was abgewinnen. Doch abgesehen von dem gruseligem Anfang stehen euch keine großen Überraschungen bevor, das sag ich euch lieber gleich.

Die erste Hälfte des Films fühlt sich mehr oder weniger wie ein Zombiefilm an, da sie sich in der Tankstelle verbarrikadieren und eben versuchen alles abzuwehren was von draußen kommt. Leider sind die Actionszenen nicht besonders einfallsreich. Und obwohl die einzelnen Charaktere sehr unterschiedlich sind und auch ziemlich gut besetzt wurden, kommt nicht wirklich dieses Paranoiagefühl auf, dass solche “Survival-Horror” Filme ausmacht.

Das ist schade da vor allem Dennis Quaid als alter Tankstellenbesitzer mit Südstaatenakzent überzeugen kann. Auch Charles S. Dutton hat mich in einer Szene, wo er rührend aus seiner Vergangenheit erzählt, schauspielerisch sehr beeindruckt. Leider wirkt die Szene etwas deplaziert, weil der Rest des Films damit einfach nicht richtig mithalten kann. Das liegt vor allem daran, dass die Protagonisten viel zu schnell sterben, obwohl man aus ihrer angedeuteten Hintergrundgeschichte viel mehr hätte machen können. Trotz interessanter Charaktere also, verschenktes Potenzial. Und das zieht sich durch den ganzen Film. Es gibt zwar eine nette Martial-Arts Sequenz, für ein waschechtes Finale ist das aber dann viel zu wenig. Man hat das Gefühl der Film ist zu Ende bevor er richtig angefangen hat.

Alles um den Konflikt im Himmel bleibt kryptisch, die Charaktere unbenutzt und verdammt nochmal- die Welt geht unter!! Da könnt ihr doch nicht einfach nur sieben Leute in ner Tankstelle zeigen, die gegen ein paar Besessene ballern. Ich meine da zock ich lieber nochmal Resident Evil. Die Story ist einfach viel zu episch angelegt, für das was der Film zu bieten hat.

Green Zone

Kommen wir zu Positiveren. The Green Zone ist der neue Film von Bourne Regiesseur Paul Greengrass und Bourne Darsteller Matt Damon.
Der Film spielt in den Anfangstagen des Irakskrieges, in den ersten Tagen nach der Großoffensive auf Bagdad am 19. März 2003.

Wir begleiten ein Team von Soldaten unter der Führung von Roy Miller (Damon), die damit beauftragt werden die Massenvernichtungswaffen des Hussein-Regimes sicherzustellen. Der Einsatz zu Beginn des Films ist schon der dritte der besagten Einheit und wieder mal wird nichts gefunden. Die Story dreht sich also darum, dass Roy Miller den Informationen aus dem Pentagon gegenüber immer misstrauischer wird. In den noch jungen Tagen des Krieges (während George Bush bereits sein “Mission Complete” verkündet), gibt es noch Streit zwischen den amerikanischen Strategen, die gerade erst den Präsidentenpalast in Bagdad besetzt haben und zur Green Zone (gefahrenfreie Zone) erklärten. Während die einen die Irakische Armee von Saddam Hussein in ein neues System integrieren wollen um einen Bürgerkrieg zu verhindern, wollen die anderen alle hochrangigen, irakischen Führungspersönlichkeiten eliminieren und eine neue Demokratie aus dem Boden stampfen. So beginnt ein interessantes Intermezzo zwischen den einzelnen Fraktionen des amerikanischen Kommandos, in dem Roy Miller auf eigene Faust versucht herauszufinden was hier eigentlich los ist. Immerhin ist er mit seinen Jungs in den Krieg gezogen, und findet nur leere Lagerhäuser.

Okay so viel zur Richtung die der Film einschlägt. Natürlich möchte ich auch hier auf weitere Details verzichten, ich will euch ja nicht die eigentlichen Geschehnisse des Films vor wegnehmen. Was mich aber beeindruckt hat ist, wie nah der Film einen ans Geschehen heranbringt. Der Film zeigt, dass das ganze Chaos im Irak im Prinzip nur durch das Versagen und die Naivität von ein paar egoistischen Diplomaten vollbracht wurde und es wird einem klar, welche hohe Wellen die Fehlentscheidungen in den ersten drei Tagen des Irak-Krieges schlagen sollten.

Die Charaktere sind zwar teilweise erfunden, dennoch fühlt sich das Szenario sehr authentisch an (ist auch aufwendig inszeniert), und ist den wahren Begebenheiten gut nachempfunden denke ich. Matt Damon wird zwar im Laufe des Films immer mehr zum “Einer gegen Alle” Actionhelden, doch durch diese Dramaturgie wird einem bewusst, dass wir es tatsächlich nur ein paar überaus mutigen Leuten zu verdanken haben, dass die Wahrheit über die Massenvernichtungswaffen überhaupt jemals ans Licht kam.

Der Film glänzt zwar nicht mit der subtilen Dramatik und der vielschichtigen Charakterzeichnung von Hurt Locker, hat aber ein gutes sich stetig steigerndes Tempo. Auch die Kulissen wirkten auf mich irgendwie ein bisschen entmystifizierend, ist echt alles ziemlich alt und klein- dort gibts einfach nichts. Doch vor allem die letzten 30 Minuten sind wirklich spannende Thrilleraction in Höchstform. Meiner Ansicht nach, schafft der Film einen guten Spagat zwischen Unterhaltung und der authentischen Darstellung vom Chaos aus den Anfangstagen im Irak und den Kräften, die im Irak am Werke waren. Es gibt in dem Film einen Charakter namens Freddy (Khalid Abdalla) der leicht metaphorisch für das einfache irakische Volk steht. Das mag zunächst etwas aufgesetzt wirken, ich persönlich fand aber, dass diese Figur dem Film eine wichtige zusätzliche Facette gegeben hat. Eine klare Empfehlung von mir also.

From Paris with Love

Okay nachdem ich mir Legion angeschaut habe, war ich erstmal ziemlich Down. Zum Glück hab ich mich am gleichen Tag noch dazu durchgerungen, From Paris with Love anzuglotzen. Und Holy Shit- der Film rockt! Es geht um den Agenten James Reese (Jonathan Rhys Meyers) der als Assistent des amerikanischen Botschafters getarnt mal hier und da einige kleine Operationen wie das Anbringen einer Wanze oder das Abschrauben eines Nummernschilds vollbringen darf. Ansonsten geht der kultivierte, intelligente Agent voll im Pariser Lifestyle auf, trinkt guten Wein, hört Jazz Musik und hat eine bezaubernde französische Freundin, die gerne eigene Kleider machen würde. Doch eines Tages soll er einen neuen Partner abholen, den von John Travolta gespielten Charlie Wax.

Der Typ ist natürlich nichts anderes als der totale Proll, der erst schießt und dann redet und mit dem totalen Gangsterjargon unaufhörlich Stress provoziert. Mit diesem soll er sich an eine streng geheime Operation machen. Es beginnt also der typsiche Buddymovie a la Lethal Weapon und Bad Boys bei dem sämtliche Stationen der Pariser Unterwelt abgeklappert werden.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Rassanz mit der die Actionszenen choreographiert und geschnitten wurden. Man muss einfach sagen, die Franzosen haben sowas einfach drauf! Regietechnisch ist der Film erste Sahne. Auch John Travolta hat mich voll überzeugt. Eigentlich kann ich ihn auf Grund seines Scientology-Geschwafels nicht ausstehen- und ich bin jemand der Filme mit Leuten die er nicht ausstehen kann boykottiert (ich schaue zum Beispiel keine Tom Cruise Filme). Aber hey, John Travolta mimt die coole Sau dermaßen cool, dem konnte ich mich dann auch nicht mehr entziehen.
Hier möchte ich anmerken, dass ihr den Film auf jeden Fall im englischen Original anschauen solltet, falls ihr denn die Möglichkeit dazu habt (ich würde ansonsten echt auf nen DVD Release warten).

Etwas was mir bei dem Film zusätzlich gefallen hat, ist dass sich die Atmosphäre des Films irgendwann ganz schleichend ziemlich verändert. Auf einmal wird aus dem überzeichnetem Buddymovie tatsächlich ein sehr ernstzunehmender, leicht verstörender Thriller.
Ich möchte da nicht zu viel verraten. Ich finde den Film jedenfalls ziemlich gut.

Clash of the Titans

Der Stef hat den Film zwar in seiner ersten Sunday Time schon besprochen, dennoch möchte ich hier auch nochmal darauf eingehen. Im Gegensatz zu ihm war ich von dem Film zunächst nicht ganz so drastisch enttäuscht. Meine Erwartungshaltung an den Film war, dass er total platt sein würde, ich dafür aber hoffentlich brachiale Action bekommen würde, die das ganze relativiert.
Somit hab ich mich die ersten 2/3 des Films einfach drauf eingelassen und war eigentlich ganz gut unterhalten. Es gab viele Charaktere, man hatte das Gefühl auf eine große Reise zu gehen und die erste richtige Actionszene mit den Skorpionen hat mir eigentlich ziemlich gefallen. An dieser Stelle möchte ich den einzig wahren Pluspunkt des Films auch nochmal betonen: Die Effekte und das Creaturedesign sind wirklich gelungen. Den Special Effects Leuten und Designern kann man wirklich nichts vorwerfen.

Leider wird jede Charakterzeichnung sofort im Keim erstickt. Da in dem Moment wo es etwas spannender wird, alle Charaktere abserviert werden und das ganze wie vorgespult aufs Finale zu steuert. Dadurch hat sich der Aufbau des Films irgendwie selbst zerstört. Denn es dauert eigentlich ziemlich lange bis das eigentliche Abenteuer beginnt und dann ist es auf einmal ratz fatz vorbei.

Dennoch das Finale, der Kampf des Hauptcharakters gegen die Riesenkrake und Hades (wie im Trailer zu sehen ist) und die Rettung der Prinzessin stehen ja noch bevor. Obwohl der Plot an dieser Stelle schon einige Ungereimtheiten hatte und bestimmte Charaktere (vor allem die gut besetzten Götter) kaum zur Geltung kamen, fieberte ich angespannt dem Finale entgegen. Jetzt entbrennt er! Der Kampf der Titanen! Was dann geschah war die größte Lachnummer die ich bis jetzt dieses Jahr im Kino gesehen hatte.

Sorry ab jetzt wird gespoilert!

Der Held Perseus (Sam Worthington) fliegt mit seinem Pegasus auf die Riesenkrake zu, die sich in einer imposanten Sequenz aus dem Meer räkelt und sich wie ein Godzilla vor der Stadt aufbaut. Doch währenddessen wird dem Helden der Medusaschädel (die einzige Waffe gegen den Kraken) von Harpyen abgeluchst und es gibt eine rasant geschnittene aber kurze Verfolgungsjagd durch die Luft. Okay- ein kleines Intermezzo, fängt ja schon mal gut an. Nach gefühlten 90 Sekunden hält Perseus der Krake den Schädel in die Fresse und versteinert sie einfach mal so mir nichts dir nichts. Nicht dass das Vieh sich irgendwie zu wehren gewusst hätte. Ich meine man sieht länger wie das Vieh aus dem Wasser kommt, als wie es dann tatsächlich da ist. Okay das wars dann wohl mit Titanen. Das Teil war wohl doch zu groß fürs Budget. Aber hey es gibt ja noch Hades! Wie wärs mit einem rasanten Duell Halbgott gegen Todesgott auf dem versteinertem Ungetüm (sowie bei Solid vs Liquid auf Metal Gear Rex!). Aber nein Sammy holt sein Zauberschwert raus, kriegt nen Blitz von Zeus rein und wirft es mit einer flotten Handbewegung Hades entgegen der bis in den Marianengraben fliegt!

Wie jetzt? Das wars? Dafür habt ihr nen Halbgott gebraucht? Dafür hab ich jetzt zweieinhalb Stunden weichgespülte Hollywoodscheiße durchgemacht?
Ich konnte es kaum fassen! Ich hab noch nie einen Film gesehen der es geschafft hat innerhalb von 2 Minuten den Kampf gegen einen Kilometerhohen Titanen und einen Gott abzuhandeln. Da muss ich ja fast schon Respekt vor haben. Zum Schluss bekamen wir dann eine völlig unplausible Unterhaltung mit der Prinzessin, und noch ein paar Standardsprüche von Zeus und das wars dann.

Aber ganz ehrlich in dem Film gabs keinen “Clash”! Es gab auch keine echten “Titans”. Ohne scheiß man, man sollte die Worte aus dem Titel streichen und das Ganze einfach nur noch “of the” nennen. Ich meine WHAT of the WHAT?? WHAT THE FUCK HAPPENEND WITH THE LAST TWO HOURS??

Konnte ich mich am Anfang des Films noch von meiner kindlichen Faszination an den tollen Kreaturen und ganz interessant gestalteten Kulissen leiten lassen, schlugen retrospektiv die Schwächen und Logikfehler des Drehbuchs bei mir voll durch. Ein cooles Ende kann solche Filme manchmal retten. Doch dieses Ende hat bei dem Film endgültig seinen Selbstzerstörungsmechanismus hochgehen lassen.

Ich hab noch extra angefangen God of War zu zocken, um mich auf den Film einzustimmen. Danach musste ich God of War zu Ende spielen um den Abend noch irgendwie zu retten.

Dennoch, wie Stef auch schon erwähnt hat, der Film war ganz anders geplant. Er hätte richtig gut werden können, wenn man sich mal durchliest, welche Schlüsselszenen komplett entfernt wurden, und welches Ende eigentlich geplant war, und was man mit den Charakteren noch alles gedreht hatte.
Irgendjemand in Hollywood, macht mit Absicht gute Filme kaputt…

Hier könnt ihr das ganze nochmal nachlesen:

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Den Trailer spar ich mir hier…

Aber egal! Gute Filme gibts trotzdem genug! Und ansonsten kann man sich ja immer wieder den abnormalen Advent Children Director’s Cut reinziehen!

Ich freu mich aufs nächste Mal!

Patrish